Mit Ampelkarten mitdenken und miteinescheiden

2. März 2010

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn gibts nach längerer Pause mal wieder eine Methode des Monats. Sie ist frühlings-bunt und alle Lernenden sind beteiligt. Los gehts’s.

Im Seminar, in der Vorlesung, beim Vortrag oder beim Meeting wollen Sie die Teilnehmenden immer wieder aktiv einbinden. Toll wäre, wenn möglichst alle ab und zu aktiv mitdenken und mitentscheiden könnten. Natürlich sollte das am besten flott, unkomplizirt und ohne aufwändige Umbauten passieren.

Mit den Ampelkarten ist das - auch bei großen Gruppen - einfach möglich. Jeder Teilnehmende erhält ein Kartenset mit drei Karten: rot, grün und gelb.

Praktisch könnte das zum Beispiel so aussehen. Als Dozent, Moderator, Trainer fragen Sie die Teilnehmenden im Verlauf des Seminars zwei oder drei Mal nach ihrem Urteil, ihrer Vermutung.

In einer einführenden Pharmazie-Vorlesung könnten Sie zum Beispiel fragen:

“Viele Laien vermuten, dass in Deutschland Magen-Darm-Erkrankungen auf Platz 1 der häufigsten Nebenwirkungen von Medikamenten stehen. Stimmen Sie dieser Aussage zu? Wenn ja, halten Sie jetzt bitte Ihre grüne Karte hoch; wenn nein, die rote. Und wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie die gelbe Karte.”

Jetzt kommen alle in Bewegung - gedanklich überlegend und physisch mit den Karten. Nach wenigen Augenblicken wird es bunt im Vorlesungssaal. Lassen Sie das Bild wirken. Die Teilnehmenden könnten in kurzen Gesprächen mit den Nachbarn ihre Entscheidung begründen. Oder Sie greifen das Votum einfach in Ihren Vortrag auf. Wie auch immer, für einige Augenblicke sind alle wach und aktiv dabei.

Viele weitere Einsatzformen zum Mitdenken, Mitentscheiden, Vermuten und Abstimmen sind mit den Ampelkarten möglich.

Schöne Karten für diese Munterrichtsmethode können Sie im Online-Shop unter www.orbium.de bestellen. Leuchtende Sets für kleine, mittlere oder auch große Gruppen.

Viel Spaß und gute Entscheidungen in Ihren Seminaren!

Munterbrechungen - das neue Buch von Harald Groß

21. Februar 2010

In wenigen Tagen ist es soweit. Das neue Buch von Harald Groß erscheint im Schilling Verlag Berlin.

Nun folgen die Cousinen der Munterrichtsmethoden!

“Munterbrechungen - 22 aktivierende Auflockerungen für Seminare und Sitzungen” sorgt für wache Teilnehmende und jede Menge Spaß! So schläft keiner ein.

Bei SN-News  finden Sie ein Interview mit dem Autor. “Ich bin gespannt, wie Sie es schaffen, dass ich nicht gleich einschlafe”, lautet der Titel.

Ein druckfrisches Exemplar (Versand am 15. März 2010) können Sie bei Orbium Seminare bestellen.  Bis zur Veröffentlichung noch bestellbar mit 20 % Subskriptionsrabatt.

Munterrichtsmethoden auch in Dresden

In vielen Städten gastieren die Munterrichtsmethoden im Jahr 2010. Neben Wien, Zürich, Berlin, Hannover und Stuttgart gibts nun auch in Dresden die Chance, mit Harald Groß einen Tag lang die Methoden zu erproben.

Am 02. Juli lädt die Firma “Frank Dorst - Führungstraining” in Dresden ein. Wir freuen uns auf den Methodentag in Sachsen und auf Sie! Mehr Informationen zum Seminartag in Dresden finden Sie hier.  Über die Methodentage mit Harald Groß von Orbium Seminare Berlin in den anderen Städten können Sie hier weiterlesen.

Erweitern Sie Ihr Methodenrepertoire. Bringen Sie Schwung ins Seminar - auch bei trockenen Themen!

Neu bei Wikipedia

1. Januar 2010

Seit Jahresende sind die Munterrichtsmethoden auch bei Wikipedia zu finden. Hier gibts grundlegende Informationen zur Methodensammlung. Wir freuen uns, wenn sich der Artikel dort gut weiterentwickelt und noch mehr Menschen in Ausbildung, Schule, Fortbildung und an den Hochschulen die munteren Methoden nutzen können.

Munterrichtsmethoden 2010

29. Dezember 2009

Ein munteres Methodenjahr geht zu Ende. Ich freue mich, dass ich so viele Menschen mit den Munterrichtsmethoden vertraut machen durfte und die Methoden immer mehr zum Einsatz kommen. 2009 waren wir an vielen Hochschulen unterwegs. Zum ersten Mal zum Beispiel weit im Norden an der Christian Albrecht-Universität Kiel oder hoch oben in den Bergen an der TU Clausthal. Und auch in vielen Unternehmen wurden die Munerrichtsmethoden von Ausbilderinnen und Ausbildern erprobt. Zum Beispiel bei der Deutschen Rentenversicherung Bund oder bei den Structogramm-Trainern in der Schweiz.

Vielen Dank für die schönen Seminartage. Mir hat es großen Spaß gemacht, methodisch zu experimentieren!

Auch 2010 geht es mit einem munteren Programm weiter. Offene Seminartage gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. An einem Tag können Sie Ihr Methodenrepertoire um 15 praktikable Methoden für Aus-, Fort- und Weiterbildung ergänzen. Eine Übersicht über alle Termine finden Sie hier.

Im vergangenen Jahr sind nicht nur viele neue Lehrmethoden entstanden. Die Munterrichtsmethoden haben auch Verwandschaft bekommen. Am 28. Februar 2010 erscheinen im Schilling Verlag die Cousinene der Munterrichtsmethoden, die Munterbrechungen. Mit ihnen lässt sich auch an langen Seminar- und Veranstaltungstagen immer wieder für frischen Schwung sorgen.

Vorfreudig auf 2010 grüßt

Harald Groß

Teamentwicklung mit munteren Methoden

15. Februar 2009

Mit den Munterrichtsmethoden lässt sich allerhand lehren, trainieren und lernen. Von A wie Agrarwissenschaften bis Z wie Zahntechnik werden die Methoden in vielen Lernbereichen genutzt.

Bei einem meiner Lieblingsthemen, der Einführung und Arbeit mit Team Management Systems sind mir die Munterrichtsmethoden seit vielen Jahren eine große Hilfe. Die Forschungsergebnisse von Charles Margerison und Dick McCann sind eine prima Unterstützung für den Arbeitsalltag. Sie liefern klare, eingängige und hilfreiche Modelle für Projektarbeit, Stellenbesetzung, Zusammenarbeit und Teamentwicklung.

In den vergangenen Jahren habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Betty Boden viele der Munterrichtsmethoden nutzen können, wenn wir Gruppen mit TMS vertraut machen oder Teams damit trainieren.

Nun gibt es, angeboten vom TMS-Zentrum Deutschland, im Juni sowie im November einen besonderen Methodentag.  Akkreditierte TMS Trainer können dabei ein gutes Dutzend pfiffiger Methoden für die Arbeit mit den Modellen kennen lernen und ganz praktisch erproben. Zum Beispiel die “Spinatfrage” oder das “Arbeitsfunktionskonklave”. Mehr Informationen dazu gibt es direkt auf der Seite des TMS Zentrums Freiburg unter http://www.tms-zentrum.de/praxismethoden.

Wie kann ich Gruppen intensiv Texte lesen und verstehen lassen?

Eine Idee aus Bielefeld

Letzten Freitag durfte ich 14 Dozentinnen und Dozenten an der Universität Bielefeld mit einer Auswahl von Munterrichtsmethoden vertraut machen. Mit Offenheit und Neugier haben wir einen Tag lang Methoden ausprobiert. Die Bielefelder Unidozenten haben munter experimentiert - und viele neue Ideen beigesteuert. Eine Methodenidee beschäftigt mich besonders, und deshalb möchte ich sie heute in die Versuchsküche bringen. Noch ist es nicht ganz ausgegoren. Genau richtig für die Versuchsküche im Blog!

Es ist eine Lesemethode. Und nach Lesemethoden halte ich schon länger Ausschau. So funktioniert sie:

Ich habe Texte und will, dass die Lernenden sich mit den Inhalten intensiv vertraut machen.  Damit die Methode X (ich habe noch keinen richtig passenden Namen gefunden) funktioniert, brauche ich drei oder vier gleich umfangreiche Texte. Jeder der Texte muss einzeln zu verstehen sein - zunächst ohne das Wissen der zwei oder drei anderen. Im Beispiel eines Seminars zum politischen System der BRD könnte es um die Kanzlerschaften gehen. Ich habe kurze Texte (ca. 2 Seiten) zu den ersten vier Kanzlerschaften, also Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt.

Nun bilde ich flott Gruppen. Bei 16 Teilnehmern vier Gruppen mit je vier Mitgliedern. Jede dieser Kerngruppen erhält ein Paket mit vier verschiedenen Texten. (zu Adenauer, Erhard …) Die Teilnehmer der Kerngruppe verteilen die Texte untereinander. Dann gibt es Lesezeit, in denen alle Teilnehmer ihren Text lesen.

Nach ca. 20 Minuten rufe ich die Leute aus der Lesezeit zurück und bitte sie, in neuer Formationen zusammenzukommen. Jetzt treffen sich alle Menschen, die den gleichen Text gelesen haben. Also alle Kiesinger-Leser kommen zusammen. In dieser Expertengruppe “Kiesinger” tauschen sich die vier Leser über den Text aus. Sie erarbeiten miteinander, was sie für wesentlich halten und bereiten sich so auf den nächsten Schritt vor.

In Schritt 3 nämlich verlassen die Kiesinger-Leute ihre Expertengruppe. Nun kommen sie wieder mit den Kollegen von Schritt 1, mit ihrer Kerngruppe zusammen. Die vier Menschen haben inzwischen unterschiedliche Texte gelesen. Zu Adenauer, Erhard, Kiesinger und Brandt. Jetzt stellen sie sich reihum die Inhalte ihrer Texte vor und diskutieren darüber.

So haben alle Teilnehmer Informationen zu allen Texten. Klar: Der Text, den ich selbst bearbeitet  und wiedergegeben habe, ist mir besonders vertraut. Bei den anderen drei Texten hängt es davon ab, wie gut mir die Kollegen die Sache erklären konnten.

Mir gefällt an der Idee, dass sie die Lernenden zum konsequenten “Ausatmen”, also Wiedergeben und Erklären der Texte fordert. Und dass die Teilnehmer ganz alleine Texte erschließen.

Ich will es bald ausprobieren. Noch frage ich mich, wie es danach weitergeht? Ist die Sache beendet? Geht man die Texte noch einmal gemeinsam durch? Experimentieren ist angesagt. Ich freue mich über Ideen und Erfahrungen der Blogleser!

Methode des Monats Januar

31. Januar 2009

Begriffspaten

“Wie kann ich die Lernenden noch besser in die Seminare miteinbeziehen”, “Was kann ich tun, damit die Teilnehmer eine noch aktivere Rolle übernehmen?”, fragte mich kürzlich eine Hochschuldozentin. Anlass für mich, im Januar die Munterrichtsmethode “Begriffspaten” vorzustellen. Die Sache ist - wie so viele Munterrichtsmethoden - ganz einfach:

Schauen Sie zu Beginn der Seminarplanung auf Ihr Stoffgebiet. Zum Beispiel dieses:”Das politische System der Bundesrepublik Deutschland - Eine Einführung”. Sammeln Sie Begriffe, die Sie im Seminar auf alle Fälle ansprechen, erklären, besprechen wollen. Die Liste bei unserem Beispielthema könnte so aussehen: “Fraktion”, “Ministerialbüroktratie”, “Konstruktives Misstrauensvotum”, “Bundesverfassungsgericht”, “Föderalismus”, “SPD”, “CDU”, “Richtlininienkompetenz” usw.

Alle diese Begriffe sind wichtig. Ich als Dozent könnte sie einführen, vorstellen, erklären. Ich könnte sie aber auch zu Beginn der Veranstaltung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übergeben.  Jeder Lernende übernimmt die Patenschaft für einen Begriff. Entweder die Lernenden wählen sich auf Karten - an der Tafel am Boden sichtbar, oder aus der Liste - einen Begriff aus. Oder sie ziehen sich einen Begriff aus dem Lostopf.

Für diesen Begriff übernehmen sie nun eine kleine Patenschaft. Das heißt, dass die Lernenden zu ihremWort recherchieren, sich kundig machen. Im Seminar haben sie als Pate die Aufgabe, ihren Begriff kurz vorzustellen, die anderen mit dem Thema bekannt zu machen. Sie können die Lernenden auch bitten, eine kurze Begriffsbeschreibung - zum Beispiel auf einer A 4 Seite - zu liefern. So entsteht ein kleines Lexikon zum Seminar.

Wer wann seinen Begriff vorstellt, können Sie per Liste regeln. So kommt jeweils an der passenden Stelle ein Beitrag von den Lernenden.

Ich selbst habe diese Methode als Student erlebt. Es war in meinem ersten Semester “Einführung in die Soziologie” im Wintersemester 1994/1995. Meinen Begriff erinnere ich noch genau: “Freizeitsoziologie”, obwohl es gut 14 Jahre zurückliegt. Warum? Weil ich aktiv gefragt war, weil ich mich mit dem Begriff beschäftigen musste. Ich habe eine Patenschaft übernommen!

Viele gute Tipps für alle, die sich mit dem Schreiben schwer tun

9. Dezember 2008

“Alle an der Universität schreiben - aber niemand spricht darüber” - mit diesem Satz beginnt eine aktuelle Seite des Schreiblabors Bielefeld. Sieben schreibende Wissenschaftler berichten in Podcasts über ihre Schreibstrategien. Sie erzählen, was ihnen schwer fällt, wie sie sich helfen und wie sie das Schreiben gelernt haben. Ich habe viele schöne Anregungen gefunden und empfehle die Seite allen, die Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten, Bücher oder Fachtexte schreiben.

Methode des Monats Dezember

7. Dezember 2008

Schätzfrage

Schätzen finden viele Menschen aufregend. Die spannende Frage ist: Lande ich mit meinem Tipp den erhofften - aber doch unwahrscheinlichen - Volltreffer? Oder liege ich mit meiner Schätzung voll daneben?
Weil gute Schätfzragen faszinieren und fesseln können, lässt sich daraus leicht eine ganz unkomplizierte Munterrichtsmethode machen, mit der man die Aufmerksamkeit auf eine Frage lenken kann.
Die größte Herausforderung liegt meist darin, den richtigen “Stoff” zum Schätzen zu finden. Es lohnt sich dazu, die Seminarbausteine zu durchforsten: Schauen Sie sich an, was Sie im Seminar vorstellen, sagen und erklären wollen. Prüfen Sie, aus welchen Aussagen sich eine pfiffige Schätzfrage zimmern lassen könnte.
Ihre Frage sollte die Lernenden einerseits auf unbekanntes, ein wenig unsicheres Terrain führen. Denn wenn zwei Drittel der Lernenden die Antwort vermutlich bereits kennen, geht die Spannung verloren. Dann ist nicht Schätzen, sondern Wissen gefragt. Den Zauber einer guten Schätzfrage macht andererseits aus, dass die Lernenden doch eine - zumindest kleine - Chance haben, mit dem Tipp richtig zu liegen. Wenn Sie eine geeignete Schätzfrage gefunden haben, dann sollten Sie darauf achten, die Frage so eindeutig wie möglich zu formulieren. Wenn die Lernenden erst 3, 4 oder 5 Mal nachfragen müssen, wie Sie die Frage interpretieren sollen, dann geht der Reiz am Schätzen leicht verloren. Bei kniffligen Fragen lohnt es sich, die Frage für alle gut sichtbar zu visualisieren.
Ein Beispiel: Montagmorgen, 7.15 Uhr, Berliner Charité, großer Hörsaal. Pharmakologievorlesung. Der Professor fragt die (müden) Studenten: “Was schätzen Sie? Welche Nebenwirkungen werden in Deutschland durch Einnahme von Medikamenten am häufigsten ausgelöst?”

Ich setze Schätzfragen gerne ein, wenn ich das Interesse der Gruppe auf ein Thema lenken will. (So wie bei Ihnen jetzt gerade - was Schätzen Sie denn? Welche Nebenwirkungen werden am häufigsten ausgelöst?) Bei guten Schätzfragen kann ich beobachten, wie die Aufmerksamkeit in der Gruppe steigt, wie die Teilnehmer die Köpfe recken und Spannung in die Runde kommt.
Bevor der erste Teilnehmer seinen Tipp äußert, gebe ich den Lernenden gerne ein wenig Zeit zum Nachdenken. Und bei ganz zentralen Schätzfragen bitte ich manchmal auch darum, die Vermutung deutlich auf eine Moderationskarte zu schreiben. Wie die Jury beim Eiskunstlauf halten die Teilnehmer dann ihre Tipps hoch.
Ganz egal, wie die Teilnehmer antworten. Der für das Seminar wertvolle Teil kommt meist erst nach der unmittelbaren Antwort auf die Frage. Wir fragen die Teilnehmer nämlich gerne, wie sie auf ihre Antwort gekommen sind. “Wie kommen Sie gerade auf Herz-Kreislauf-Probleme?” In der Regel liefern die Leute dann sehr brauchbare Begründungen, mit denen wir später weiterarbeiten können.
Das Schöne an Schätzfragen: Mit geringem Aufwand, ohne Material und große Vorbereitungen können Vorträge und Seminare effektiv aufgemuntert werden.

Ach übrigens: Als häufigste Nebenwirkungen treten Hautausschläge und Allergien auf.