Archive for January, 2008

“Die Methoden sind so schön einfach!”

Thursday, January 31st, 2008

“Mir gefällt gut, dass man bei den Munterrichtsmethoden mit so wenig Material und Aufwand auskommt. Sie sind so schön einfach!” – so beurteilte eine Lehrerin letzte Woche beim Workshop die Munterrichtsmethoden. Anders als bei vielen gängigen  Methodensammlungen brauche es hier oft wenig Vorbereitung, wenig Material sei im Vorfeld zu kopieren, zu schneiden und zu verteilen. Eine Rückmeldung, die mich sehr erfreute.

Denn in der Tat: Bei fast allen Munterrichtsmethoden sind es nicht die vorbereiteten Materialien, sondern die munteren Einfälle, Ansagen und Anleitungen, die das Lernen spannend und gewinnbringend machen. Munterrichtsmethodiker können – je nach Lehrsituation – ganz flott einen passenden Methodenmix aus dem Ärmel schütteln und flexibel an Gruppe, Thema und Ziel anpassen. Und das gelingt ohne große Materialschlacht vor oder während dem Seminar.

“Die Methoden sind einfach” – daraus könnte ein achtes Munterrichtsprinzip werden. Und zwar eines, das für uns Lehrende bei der
Methodenwahl entscheidend sein kann! Wie bei jeder guten Regel gibt’s natürlich auch beim achten Munterrichtsprinzip ein paar Ausnahmen. Wer in die Methodensammlung blickt, wird entdecken, dass zum Beispiel beim Frischhaltequiz eine ganze Menge Vorarbeit nötig ist. Aber: In der Regel sind die Methoden eben einfach umzusetzen!

Munterrichtsmethoden erobern die Katholischen Schulen Berlins

Tuesday, January 29th, 2008

In dieser Woche stellen sich die “Tempo Thesenrunde”, das “Schwärzen” und die “Blinde Entscheidung” sowie viele weitere Munterrichtsmethoden Lehrerinnen und Lehrern der Katholischen Schulen Berlins vor. Gleich zwei Mal werden ab Donnerstag Methoden getestet und variiert. Und weil sich bei Organisator Andreas Hölscher mehr als 40 Lehrer für die Munterrichtsmethoden interessiert haben, gibt’s noch dieses Jahr eine zweite Kursrunde.

Ich freue mich auf die Munterrichtsmethodentage und habe für die Lehrerinnen und Lehrer der Katholischen Schulen etwas Besonderes im Gepäck. Als erste Gruppe dürfen sie das Konklave – eine brandneue Munterrichtsmethode – testen. Ein Papst wird dabei nicht gewählt – aber um wichtige Entscheidungen geht es allemal. Mehr zum Konklave bald in der Versuchsküche hier im Blog!

Auf in die Schweiz mit den Munterrichtsmethoden!

Thursday, January 24th, 2008

Im Mai gehen die Munterrichtsmethoden auf Reise in die Schweiz. Wir freuen uns, beim Moderationsmarkt der Neuland AG Schweiz dabei zu sein. In den Titel der Veranstaltung passen die Munterrichtsmethoden prima rein. Der lautet “Chrut und Rüebli dorenand”! Auf diesem spannenden Markt sollen die Teilnehmer, so wünscht es sich die Organisatorin Conny Wetter, wie auf einem  Gemüsemarkt spannende Funde machen können. Allerdings werden hier nicht Pilze und Käse gefunden – sondern Neuigkeiten aus dem Markt der Weiterbildung. Und dabei eben auch Munterrichtsmethoden. Gemeinsam mit dem Schilling Verlag geht’s los am 30. Mai. Wegen der großen Nachfrage wurde ein zweiter Markttag nachgeschoben. Der findet am 31. Mai statt. Mehr Infos zum Kongress gibt’s hier.

Auf die Plätze, fertig, los! – Wettbewerbsorientierung als Lernmotivation

Monday, January 21st, 2008

„Und das Team, das zuerst alle gesuchten Informationen gefunden hat, hat gewonnen!“. Bei manchen Teilnehmern löst diese Ansage der Seminarleitung auch bei trockenen Themen wahre Motivationsschübe aus. Ganz egal, mit welchen Teilnehmergruppen ich arbeite – Azubis, Manager, Schüler oder Studenten, Männer oder Frauen, Junge oder Alte – fast immer erlebe ich in den Kursgruppen Menschen, die Wettbewerbe auch beim Lernen locken und herausfordern.

Das entspricht ganz den Forschungsergebnissen russischer Sportwissenschaftler, die 13 verschiedene Motivatoren herausarbeiteten und feststellten: Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Motivatorenmix. Während das gegenseitige Messen und Beweisen bei den einen ungeahnte Kräfte auslöst, lassen Wettbewerbe andere kalt oder beeinträchtigen sogar ihre Motivation.

Bei ihnen sind andere Motivatoren wirksamer. Zum Beispiel Sachfeedback, Zuschauer oder Lob und Anerkennung. (Mehr zu den Motivatoren finden Sie hier.)

Was heißt das für uns Lehrende? Wesentlicher Teil unserer Aufgabe ist, Lernende immer wieder neu für unsere Themen zu begeistern. Das gelingt, wenn wir einen guten Motivatorenmix finden, der bei verschiedenen Gelegenheiten möglichst alle Teilnehmer einmal anspricht.

Die Munterrichtsmethoden lassen sich prima mit den Motivatoren abschmecken. Die Methode von A bis Z zum Beispiel können Teilnehmer gemütlich gemeinsam lösen (keine Wettbewerbsorientierung) . Oder aber es gilt, in abgegrenzten Teams auf Zeit so schnell wie möglich die freien Flächen zu füllen (Jetzt geht es darum, wer gewinnt!)

Und auch aus dem Schwärzen lässt sich ein Wettbewerb machen, wie Ruppert Prossinagg in seinem Kommentar zur Methode des Monats Schwärzen schrieb. Vielen Dank für diese Idee!

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie in Ihren Kursen mit Wettbewerbsorientierung als Motivationselexier machen und wie Sie sie mit den Munterrichtsmethoden kombinieren.

Methode des Monats Januar 2008

Friday, January 11th, 2008

Gleich zu Jahresbeginn geht eine neue Kategorie am munterblog an den Start. Monat für Monat wird hier eine der Munterrichtsmethoden im Mittelpunkt stehen. In einem Beitrag stellen wir die Methode vor, in weiteren gibt’s Varianten von uns und von Nutzern. Wir freuen uns, wenn Sie berichten, welche Erfahrungen Sie mit den Methoden machen.

Schwärzen

Vor Ihren Teilnehmern liegt ein kurzer Text. Die Lernenden haben die Aufgabe, den Text zu lesen und die wichtigsten Inhalte herauszufiltern. Nun gehen viele mit bunten Textmarkern ans Werk. Das ist eine prima Lesetechnik. Nur manchmal sind am Ende fast alle Passagen des Textes als wichtig markiert. Der Vorteil: Die Markierung bietet dem Lernenden unmittelbares Sachfeedback und zeigt: “Wow, das alles habe ich schon bearbeitet.” Der Nachteil: Eine wirklich gute Auswahl ist möglicherweise noch nicht getroffen.

Ganz anders bei der Munterrichtsmethode Schwärzen. Hier gibt’s keinen Textmarker sondern einen satt schreibenden schwarzen Flip Chart Marker. Die Leser haben die Aufgabe, all das wegzustreichen, was sie für unwichtig halten. An der Tinte soll dabei nicht gespart werden. Ziel ist, die zentralen Aussagen herauszuschälen.

Lernende reagieren auf diese Methode ganz unterschiedlich. Während die einen fröhlich wegstreichen und sich freuen, dass sie endlich mal Ballast der vielen Informationen abwerfen können, zögern die anderen: “Und was, wenn ich zu schnell und zu unüberlegt wegstreiche?”

Das Schwärzen zwingt uns dazu, sehr genau zu lesen und zu überlegen, wo unserer Ansicht nach die Schwerpunkte liegen. Eine schöne Methode, die sich zur Bearbeitung kurzer Texte eignet.

Eine ausführlichere Methodenbeschreibung sowie Beispiele finden Sie im Munterrichtsmethodenbuch oder hier.

Was machen Sie für Erfahrungen mit der Methode? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Toller Jahresbeginn 2008

Friday, January 11th, 2008

“Ich werde alle zwanzig Methoden ausprobieren!”

Mit diesem Statement verabschiedete sich ein Teilnehmer des ersten Munterrichtsmethodentages im neuen Jahr. Der Tag im Bildungshaus Luzen im schwäbischen Hechingen war gleich zu Jahresbeginn ein richtiges Highlight. Mit viel Offenheit, Lust und vielen guten Variationsideen testeten 17 Lehrer, Trainer und Ausbilder die Munterrichtsmethoden. Und: Der Berufsschullehrer aus dem Schwabenland fügte seinen Abschiedsworten noch hinzu: “Ich werde werde Ihnen berichten, wie es mit den Methoden lief.”

Lieber Kollege, ich bin sehr gespannt auf Ihre Erfahrungen – und auf die der anderen munteren Menschen. Ich freue mich auf Ihre
Kommentare hier im Blog!

Herzlichen Dank für diesen tollen Tag! Harald Groß