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Mai 2008 – Methode des Monats

Friday, May 23rd, 2008

Von A bis Z

Wie gelingt es in Seminaren und Kursen, das Gehörte, Gesehene und Bedachte langfristig einzuprägen? Expressive Lernschritte sind hier gefragt, bei denen die Lernenden die Inhalte erinnern, wiedergeben, übertragen und anwenden. In vielen Seminaren liegen die Schwerpunkte ganz deutlich auf der anderen Seite: Es wird erklärt, vorgestellt, in Themen eingeführt. Das Ergebnis: Eine Menge Stoff wird behandelt. Doch genau so schnell wie er eingeführt wurde, ist er wieder weg.

A bis Z – unsere Methode des Monats Mai hält dagegen. Sie eignet sich als Wiederholung, bei der die Lernenden gefordert sind, ihr Wissens- und Erfahrungsnetz rund um ein Fachthema in Schwung zu bringen. So funktioniert es:

„Zum Finale unseres Themas „Haustechnik“ möchte ich Ihren Geist noch einmal in Bewegung bringen. Jedes der eben gebildeten Teams erhält einen Flipchartbogen. Sie finden darauf die 26 Buchstaben des Alphabets. Ihre Aufgabe ist es, zu möglichst allen Buchstaben einen Begriff aus dem Gebiet „Haustechnik zu finden. Durchforsten Sie Ihr Wissensnetz. Das Team, das zuerst alle 26 Wörter gefunden hat, gewinnt.“

Das Ergebnis könnte so aussehen: Auslaufventil, Biegelänge, Chromarmatur, Drosselklappe, Entlüftungsschraube, Flanschverbindung, Geruchsverschluss, Heizkurve, Isolierung, Ja – da fällt uns gar nix ein!, Kreislaufpumpe, Luftfilter, Mischbatterie, Nachtabsenkung, Ölheizung, Perlator, Quetschverschraubung, Rückschlagventil, Siphon, Taupunkt, Umwälzpumpe, Ventil, Wasseraufbereitungsanlage, Xenonlampe, Y-Stück, Zentralheizung.

Das Gerüst dieser Methode ermuntert dazu, unsere gewohnten Denkstrukturen ein wenig zu verlassen. Erinnert wird weniger in der Chronologie des Seminars oder entsprechend dem Aufbau eines Lehrbuchs – das Wissensnetz wird vielmehr anhand der vollkommen zufälligen Vorgabe der Anfangsbuchstaben durchsucht. Das weckt bei den meisten Menschen viel Kreativität.

Im Anschluss stellen die Gruppen ihre Lösungen vor. Von A bis Z lässt sich vielfach variieren. Zum Beispiel so: Gesammelt wird nicht in Teams, sondern in Einzel- oder Partnerarbeit ganz unkompliziert direkt am Platz.

In jedem Fall passiert eines: Die Lernenden überlegen: „Was fällt uns alles zu unserem Thema ein?“, „Was haben wir schon alles gelernt?“. Der Lernstoff wird wieder bewegt. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit für einen guten Lernerfolg.