Versuchsküche 2 – Munterrichtsmethoden fürs Klassentreffen

10, 30 oder gar 50 Jahre danach sehen wir uns nun also wieder: Beim Klassentreffen. Das ist aufregend. Wer kommt? Wie sehen die Leute aus? Im Grund gleich wie eh und je oder ganz verändert und fremd? Wie leicht fällt es, miteinander ins Gespräch zu kommen? Was wird das für ein Abend – so viele Jahre danach?

Ursula Winterscheidt, eine Leserin und Nutzerin der Munterrichtsmethoden, schrieb mir. Sie freut sich auf das Treffen ihrer Volksschulklasse in wenigen Tagen und fragt, ob sich das Treffen mit ein paar Varianten der Munterrichtsmethoden bereichern lässt.

Eine schöne Anfrage. Hier kommen meine ersten Ideen:

Erinnerungsgang („Lehr-Lern-Gang“, Seite 62)

Sammeln Sie im Organisationsteam Begriffe und Ereignisse aus der Schulzeit, zum Beispiel Namen von Lehrern, Mitschülern, Ausflüge, besondere Themen, aufregende Situationen usw. Schreiben Sie diese Begriffe gut lesbar auf A4-Bögen, zum Beispiel: „Herr Biber“, „Sprachlabor“, „Schullandheim im Burgund“ usw. Hängen Sie die Bögen im Lokal, in dem Sie sich treffen rund herum an den Wänden auf, legen Sie sie an Tischen aus. In der Start- und Ankommensphase bilden Sie per Los Paare unter den alten Vertrauten. Jedes Paar hat nun die schöne Aufgabe – vielleicht mit einem Glas Sekt – von Exponat zu Exponat zu gehen und sich darüber auszutauschen. So kehren ganz sanft Erinnerungen zurück – und die Gespräche kommen in Schwung. Und: Man bewegt sich auch ein wenig und sitzt nicht nur!

Lügenspiel

Zu Beginn des Klassentreffens begrüßen sie die Kameradinnen und Kameraden. Jeder Teilnehmer erhält einen A4-Bogen, auf dem drei Fragen stehen. Zum Beispiel diese: „Diesen Kindheitstraum habe ich verwirklicht“, „Über diese Episode aus unserer Schulzeit muss ich manchmal heute noch lachen“, „Eine Besonderheit aus meinem heutigen Leben“. Nun haben alle die Aufgabe, die drei Fragen zu beantworten. Allerdings gilt es, bei einer der drei Antworten eine Lüge einzubauen. Wenn alle ihr Antworten eingetragen haben, bitten Sie die Schulkollegen, aufzustehen und sich – mit einem Kreppklebestreifen – ihren Bogen auf ihren Rücken zu kleben. Jeder Teilnehmer bekommt nun Moderationsklebepunkte in Anzahl der Teilnehmer. Dann geht es los. Alle haben die Aufgabe, umherzugehen und die Lügenpunkte dort anzubringen, wo sie die Lüge des Mitschülers, der Mitschülerin vermuten. Wenn alle Punkte geklebt sind, bitten Sie die Teilnehmer, die Bögen abzunehmen und kurz das Ergebnis vorzustellen. Bei Peter könnte das zum Beispiel so aussehen: „Mir ist es ganz gut gelungen, euch in die Irre zu führen. Meinen Kindheitstraum vom großen Baumhaus habe ich mir – für meine Söhne – inzwischen tatsächlich erfüllt. Es stimmt auch, dass ich immer wieder über den falschen Feueralarm lachen muss, denn wir kurz vor den Prüfungen ausgelöst haben. Gelogen habe ich allerdings hier: Ich fahre keinen Porsche. Ich lebe in Berlin und habe gar kein Auto.“ Das ganze macht Spaß und beschert viele Themen für die ersten Gespräche …

Erinnerungen von A bis Z („Von A bis Z“, Seite 54)

Sammeln Sie mit den Mitschülern Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit. Das geht ganz einfach. An ein, zwei Stellen hängen Sie im Lokal einen Flip Chart Bogen mit den Buchstaben von A bis Z auf und der Überschrift „Erinnerungen an unsere Schulzeit“. Dabei liegen Stifte. Irgendjemand – vielleicht Sie – beginnt im Laufe des Abends, Erinnerungen mit den entsprechenden Anfangsbuchstaben einzutragen. So entsteht eine anregende Erinnerungswand.

Soviel Ideen aufs erste von mir. Haben Sie weitere? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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