Archive for the ‘Methode des Monats’ Category

Munterrichtsmethoden als Kostprobenreihe

Thursday, June 26th, 2008

Der Trainer-Kontakt-Brief 5/08 widmet den Munterrichtsmethoden eine vollständige Seite. Sollten Sie zu denen gehören, die diese Publikation noch nicht kennen, finden Sie hier ein Profil für das “Kontaktmedium für Trainer die in Wirtschaft, Non-Profit-Bereich und der allgemeinen Erwachsenenbildung tätig sind”.

Die Idee hinter der praxiserprobten Methodensammlung der Munterrichtsmethoden wird kurz dargestellt und die Leser erhalten eine erste Kostprobe, in der als konkretes Beispiel die Flammende Rede vorgestellt wird, die auf diesem Blog Methode des Monats für den Monat April war. Dieser ersten Kostprobe folgen in den nächsten drei Ausgaben des Trainer-Kontakt-Brief weitere Appetithappen.

Vielleicht ist der testende Blick auf die Kostproben der Munterrichtsmethoden ja etwas für Sie oder jemanden, den Sie kennen? Dann schauen Sie doch einfach in die entsprechenden Ausgaben des Trainer-Kontakt-Briefs herein oder empfehlen Sie diesen Blick anderen. Ich freue mich immer über neue Leser, deren Fragen und Kommentare.

Mai 2008 – Methode des Monats

Friday, May 23rd, 2008

Von A bis Z

Wie gelingt es in Seminaren und Kursen, das Gehörte, Gesehene und Bedachte langfristig einzuprägen? Expressive Lernschritte sind hier gefragt, bei denen die Lernenden die Inhalte erinnern, wiedergeben, übertragen und anwenden. In vielen Seminaren liegen die Schwerpunkte ganz deutlich auf der anderen Seite: Es wird erklärt, vorgestellt, in Themen eingeführt. Das Ergebnis: Eine Menge Stoff wird behandelt. Doch genau so schnell wie er eingeführt wurde, ist er wieder weg.

A bis Z – unsere Methode des Monats Mai hält dagegen. Sie eignet sich als Wiederholung, bei der die Lernenden gefordert sind, ihr Wissens- und Erfahrungsnetz rund um ein Fachthema in Schwung zu bringen. So funktioniert es:

„Zum Finale unseres Themas „Haustechnik“ möchte ich Ihren Geist noch einmal in Bewegung bringen. Jedes der eben gebildeten Teams erhält einen Flipchartbogen. Sie finden darauf die 26 Buchstaben des Alphabets. Ihre Aufgabe ist es, zu möglichst allen Buchstaben einen Begriff aus dem Gebiet „Haustechnik zu finden. Durchforsten Sie Ihr Wissensnetz. Das Team, das zuerst alle 26 Wörter gefunden hat, gewinnt.“

Das Ergebnis könnte so aussehen: Auslaufventil, Biegelänge, Chromarmatur, Drosselklappe, Entlüftungsschraube, Flanschverbindung, Geruchsverschluss, Heizkurve, Isolierung, Ja – da fällt uns gar nix ein!, Kreislaufpumpe, Luftfilter, Mischbatterie, Nachtabsenkung, Ölheizung, Perlator, Quetschverschraubung, Rückschlagventil, Siphon, Taupunkt, Umwälzpumpe, Ventil, Wasseraufbereitungsanlage, Xenonlampe, Y-Stück, Zentralheizung.

Das Gerüst dieser Methode ermuntert dazu, unsere gewohnten Denkstrukturen ein wenig zu verlassen. Erinnert wird weniger in der Chronologie des Seminars oder entsprechend dem Aufbau eines Lehrbuchs – das Wissensnetz wird vielmehr anhand der vollkommen zufälligen Vorgabe der Anfangsbuchstaben durchsucht. Das weckt bei den meisten Menschen viel Kreativität.

Im Anschluss stellen die Gruppen ihre Lösungen vor. Von A bis Z lässt sich vielfach variieren. Zum Beispiel so: Gesammelt wird nicht in Teams, sondern in Einzel- oder Partnerarbeit ganz unkompliziert direkt am Platz.

In jedem Fall passiert eines: Die Lernenden überlegen: „Was fällt uns alles zu unserem Thema ein?“, „Was haben wir schon alles gelernt?“. Der Lernstoff wird wieder bewegt. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit für einen guten Lernerfolg.

Methode des Monats April

Monday, April 7th, 2008

„Wie schaffe ich es, dass sich die Leute mit ihren Beiträgen kurz halten?“ Eine Antwort auf diese Frage, die Trainer, Dozenten und Moderatoren in unterschiedlichsten Situationen umtreibt, gab es im März hier im Blog: Sie lautete: „Stehend geht’s flotter“. Das ist tatsächlich meine Erfahrung. Mit der Methode des Monats im April liefere ich heute eine zweite Idee. Jetzt wird es brenzlig für alle Vielredner … Viel Vergnügen mit der „Flammenden Rede“!

„Flammende Rede“

Am Ende einer Einheit wünschen Sie sich ein kurzes Feedback aller Teilnehmer. Die Zeit ist knapp – gleich gibt es Mittagessen und die Köchin duldet kein Zuspätkommen. Dennoch wünschen Sie sich in den verbleibenden fünf Minuten ein kurzes Feedback von allen Lernenden. Eine schwierige Situation, denn manchen in der Gruppe fällt es schwer, sich kurz zu fassen. Mit der Flammenden Rede lassen sich munter beide Ziele verbinden: 10 kurze Statements in fünf Minuten und pünktliches Mittagessen. Sie erklären den Teilnehmern: „In wenigen Minuten gibt es das verdiente Mittagessen. Davor bitte ich Sie um ein kurzes Statement. Bitte blicken Sie auf die letzten Stunden. <Was war für Sie rückblickend besonders wichtig? Was beschäftigt Sie?>. Damit bis zum Mittagessen alle zu Wort kommen, machen wir es so: Wer an der Reihe ist, erhält die Streichholzschachtel. Bevor Sie mit Ihrem Beitrag beginnen, entzünden Sie ein Streichholz. Ihre Redezeit dauert, so lange das Streichholz in Ihren Händen brennt. Danach übergeben Sie die Streichhölzer an den Menschen, der weitermachen möchte. Wer als Erstes beginnen will, bekommt jetzt die Streichhölzer – und das Wort.“ Nach erster Überraschung geht es los. Kurz und prägnant benennen die Teilnehmenden ihre Eindrücke. Nach der letzten „Flammenden Rede“ beschließen Sie die Runde und wünschen einen guten Appetit. Es ist 13.00 Uhr – die Köchin kann servieren!

Aber Achtung: Bei größeren Gruppen mit vielen Teilnehmern und entsprechend vielen „flammenden Reden“ sollten Sie vor Start unbedingt prüfen, ob ein Rauchmelder dazwischen funken könnte …

Methode des Monats März

Tuesday, March 25th, 2008

Inventur

Bei der vorigen Methode des Monats, der „Tempo-Thesen-Runde“, ging es flott zur Sache. Etwas ruhiger und konzentrierter läuft das Lernen mit der „Inventur“ ab. Ziel der Methode: Die Teilnehmer erinnern und wiederholen, was sie im Seminar bereits gelernt haben. In ihrem Wissens- und Erfahrungsnetz machen sie „Inventur“ zum Thema. So funktioniert’s:

„Willkommen zum fünften Seminarbaustein. Heute ist „Halbzeit“ unseres Kurses. Bevor wir mit dem nächsten Thema loslegen, bitte ich Sie zu einer Seminarinventur. Auf Ihrem Tisch liegen schon große Blätter bereit. Bitte schreiben Sie in den kommenden 15 Minuten alles auf, was Ihnen zu unserem Thema einfällt. Lassen Sie Ihren Gedanken einfach freien Lauf. Sie brauchen Ihre Ideen nicht zu sortieren. Sammeln Sie so, wie es für Sie am besten passt: Als Mind Map, als Stichwortliste, in einer Tabelle oder mit vielen Bildern. Wichtig ist, dass Sie so viele Gedanken wie möglich sammeln, auf jeden Fall jedoch 33 Informationen.“

Das verblüfft bis irritiert viele Lernende: „Was? Wir sollen mindestens 33 Infos sammeln? Was soll ich denn da aufschreiben?“

Wichtig ist, die Lernenden hier zu ermutigen: „Sie haben Recht, die Sache ist herausfordernd. Probieren Sie es einfach mal aus. Ich bin sicher: Nach kurzer Bedenkzeit wird Ihnen eine Menge einfallen. Auf 15, 20 Infos kommen Sie ganz locker. Vielleicht wird es dann zäher, und Sie zweifeln, ob Sie noch mehr finden können. Das ist ganz normal. Bei Aufgaben wie dieser landen wir nach dem ersten Gedankenschub oft im Tal der Kreativitätskurve. Danach aber folgt ein weiterer Anstieg. Also: Nicht aufgeben, wenn vielleicht nichts mehr zu kommen scheint. Machen Sie einfach weiter!“

Wie viele Erinnerungen die Lernenden zusammentragen sollen, hängt davon ab, wie viel Inhalte bisher erarbeitet wurde. Nach ein oder zwei Seminareinheiten können auch 15 oder 20 Informationen als Ziel ausreichen. Wichtig ist, dass mit dem Auftrag eine Herausforderung und eine gewisse Anstrengung verbunden ist. Die Lernenden sollen nicht nur locker die ersten Erinnerungen abrufen, sie sollen tief in ihrem Wissensnetz stöbern und auch Details hervorholen, die ihnen nicht auf Anhieb in den Sinn kommen.

Das Erstaunliche: Die Methode an sich ist ganz einfach, die Ergebnisse sind oft erstaunlich. „Tja, ich hätte nicht gedacht, dass da so viel zusammenkommt. Ich finde meine Sammlung doch ganz beachtlich. Es sind sogar über 50 geworden!“ Viele Teilnehmer wirken nach der Übung richtig zufrieden mit sich selbst: „Wow, das ist ein gutes Gefühl. Manchmal habe ich gezweifelt, ob ich hier überhaupt schon was gelernt habe. Die Sache hat gezeigt, dass doch schon ganz schön was hängen geblieben ist.“

Nachdem die Lernenden gesammelt haben, können Sie die Teilnehmer bitten, sich in Paaren ihre Sammlung gegenseitig vorzustellen. Oder Sie fordern die Leute auf, jeweils eine Erinnerung in der großen Runde zu präsentieren. Besonders spannend wird es, wenn Sie darum bitten, jeweils eine neue Information zu nennen, die von den Vorrednern noch nicht vorgetragen wurde. So entsteht nach mehreren Runden ein umfassender Rückblick, bei dem alle wesentlichen Seminarinhalte angesprochen wurden. Häufig ist das sehr lustig, weil eine Art „Feuerwerksstimmung“ aufkommt: Mit „Ah“ und „Oh“, „Ja genau“ werden viele Beiträge kommentiert.

Methode des Monats Februar 2008

Saturday, February 9th, 2008

Die Tage werden wieder länger! In Berlin ging die Sonne heute schon um 7.36 Uhr auf – und erst um 17.02 wieder unter. Merklich schneller geht es ab jetzt Minute für Minute auf die helleren Tage zu. Passend dazu sind Schnelligkeit und Tempo auch die Würze der Methode des Monats im Februar 2008. Viel Spaß mit der Tempo-Thesen-Runde!

Tempo-Thesen-Runde

Bei diesem Namen vermuten Sie schon: Hier geht es zackig zur Sache. Rund um Ihr Lehrgebiet schreiben Sie auf Karten oder Zettel verschiedene Thesen. Dann wird es für die Lernenden noch spannender. Als Beispiel ein paar Thesen zum Thema „Lampenfieber“.

  • „Mit ein wenig persönlichem Aberglauben kann man eine Menge gegen Lampenfieber und Prüfungsangst tun.“
  • „Die Schule ist eine Brutstätte für Lampenfieber und Prüfungsangst.“
  • „Lampenfieber lässt sich nicht einfach mit ein paar schlauen Tipps abtrainieren.“

Mischen Sie dabei Aussagen, die bei den Lernenden vermutlich breite Zustimmung finden, mit gewagten, provokanten oder verrückten Thesen wie beispielsweise dieser:

  • „Wenn es kein Lampenfieber gäbe, hätten wir viel zu viele Menschen, die unbedingt vorne auf der Bühne stehen wollen. Ein Glück, dass es diese Auswahl gibt.“

Je nach Anzahl der Teilnehmer fordern Sie alle oder nur wenige Freiwillige auf, eine (noch verdeckte) These zu ziehen. Sie erklären: „Sie bekommen jetzt jeder eine These zu unserem Thema. Bitte schauen Sie sich diese These an, und denken Sie über die Aussage nach. Nach ein wenig Bedenkzeit werde ich Sie bitten, nacheinander nach vorne zu kommen und uns zunächst Ihre These vorzulesen. Dann bitte ich Sie, Position zu dem von Ihnen gezogenen Satz zu beziehen. Erörtern Sie, wie Sie zu der Aussage stehen und was Sie dazu denken. Gerne können Sie dabei Ihre persönlichen Erfahrungen mit ins Spiel bringen. Für Ihr Statement haben Sie nur 90 Sekunden Zeit – wir machen schließlich eine Tempo-Thesen-Runde.“

Während die Adrenalinspiegel in der Runde steigen, verteilen Sie die Thesen. Nach der ersten Aufregung bereiten sich die Teilnehmer für ihren kleinen Auftritt vor. Je nach Gruppe gebe ich Ihnen 2, 3 oder 5 Minuten Zeit zur Vorbereitung. Dann geht es los. Schwungvoll eröffnen Sie die Tempo-Thesen-Runde. Vielleicht bitten Sie die Gruppe nach der ersten Anmoderation um einen Applaus für den ersten Mutigen. Der erste Teilnehmer tritt vor und erklärt:

„Meine These lautet: ´Lampenfieber lässt sich nicht einfach mit ein paar schlauen Tipps abtrainieren.´ Ich stimme dieser These einerseits zu. Wie wir gestern gehört haben, hat Lampenfieber meist viele Ursachen. Zum Beispiel die Angst, zu versagen, sich zu blamieren. Es handelt sich also um eher tiefer liegende Gründe. Allerdings widerspreche ich dieser These auch. Ich selbst habe schon oft erlebt, dass ganz einfache, schlaue Tipps Wunder wirken können.“

Jetzt folgt der nächste Teilnehmer. Sie können aber auch erst einmal in die Runde fragen, wie die anderen Lernenden zu dieser These und der vorgetragenen Position stehen, und zu einer zeitlich begrenzten Diskussion auffordern.

Die Tempo-Thesen-Runde passt für jedes Thema, über das man kontrovers diskutieren kann.

Bei der Methode können die Lernenden ganz schön ins Schwitzen kommen. Sie eignet sich daher für Gruppen, die miteinander, mit dem Thema, der Lernsituation und mit Ihnen als Trainer schon ein wenig vertraut sind.

Wer hat schon Erfahrungen mit der Tempo-Thesen-Runde gemacht? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

Auf die Plätze, fertig, los! – Wettbewerbsorientierung als Lernmotivation

Monday, January 21st, 2008

„Und das Team, das zuerst alle gesuchten Informationen gefunden hat, hat gewonnen!“. Bei manchen Teilnehmern löst diese Ansage der Seminarleitung auch bei trockenen Themen wahre Motivationsschübe aus. Ganz egal, mit welchen Teilnehmergruppen ich arbeite – Azubis, Manager, Schüler oder Studenten, Männer oder Frauen, Junge oder Alte – fast immer erlebe ich in den Kursgruppen Menschen, die Wettbewerbe auch beim Lernen locken und herausfordern.

Das entspricht ganz den Forschungsergebnissen russischer Sportwissenschaftler, die 13 verschiedene Motivatoren herausarbeiteten und feststellten: Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Motivatorenmix. Während das gegenseitige Messen und Beweisen bei den einen ungeahnte Kräfte auslöst, lassen Wettbewerbe andere kalt oder beeinträchtigen sogar ihre Motivation.

Bei ihnen sind andere Motivatoren wirksamer. Zum Beispiel Sachfeedback, Zuschauer oder Lob und Anerkennung. (Mehr zu den Motivatoren finden Sie hier.)

Was heißt das für uns Lehrende? Wesentlicher Teil unserer Aufgabe ist, Lernende immer wieder neu für unsere Themen zu begeistern. Das gelingt, wenn wir einen guten Motivatorenmix finden, der bei verschiedenen Gelegenheiten möglichst alle Teilnehmer einmal anspricht.

Die Munterrichtsmethoden lassen sich prima mit den Motivatoren abschmecken. Die Methode von A bis Z zum Beispiel können Teilnehmer gemütlich gemeinsam lösen (keine Wettbewerbsorientierung) . Oder aber es gilt, in abgegrenzten Teams auf Zeit so schnell wie möglich die freien Flächen zu füllen (Jetzt geht es darum, wer gewinnt!)

Und auch aus dem Schwärzen lässt sich ein Wettbewerb machen, wie Ruppert Prossinagg in seinem Kommentar zur Methode des Monats Schwärzen schrieb. Vielen Dank für diese Idee!

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Sie in Ihren Kursen mit Wettbewerbsorientierung als Motivationselexier machen und wie Sie sie mit den Munterrichtsmethoden kombinieren.

Methode des Monats Januar 2008

Friday, January 11th, 2008

Gleich zu Jahresbeginn geht eine neue Kategorie am munterblog an den Start. Monat für Monat wird hier eine der Munterrichtsmethoden im Mittelpunkt stehen. In einem Beitrag stellen wir die Methode vor, in weiteren gibt’s Varianten von uns und von Nutzern. Wir freuen uns, wenn Sie berichten, welche Erfahrungen Sie mit den Methoden machen.

Schwärzen

Vor Ihren Teilnehmern liegt ein kurzer Text. Die Lernenden haben die Aufgabe, den Text zu lesen und die wichtigsten Inhalte herauszufiltern. Nun gehen viele mit bunten Textmarkern ans Werk. Das ist eine prima Lesetechnik. Nur manchmal sind am Ende fast alle Passagen des Textes als wichtig markiert. Der Vorteil: Die Markierung bietet dem Lernenden unmittelbares Sachfeedback und zeigt: “Wow, das alles habe ich schon bearbeitet.” Der Nachteil: Eine wirklich gute Auswahl ist möglicherweise noch nicht getroffen.

Ganz anders bei der Munterrichtsmethode Schwärzen. Hier gibt’s keinen Textmarker sondern einen satt schreibenden schwarzen Flip Chart Marker. Die Leser haben die Aufgabe, all das wegzustreichen, was sie für unwichtig halten. An der Tinte soll dabei nicht gespart werden. Ziel ist, die zentralen Aussagen herauszuschälen.

Lernende reagieren auf diese Methode ganz unterschiedlich. Während die einen fröhlich wegstreichen und sich freuen, dass sie endlich mal Ballast der vielen Informationen abwerfen können, zögern die anderen: “Und was, wenn ich zu schnell und zu unüberlegt wegstreiche?”

Das Schwärzen zwingt uns dazu, sehr genau zu lesen und zu überlegen, wo unserer Ansicht nach die Schwerpunkte liegen. Eine schöne Methode, die sich zur Bearbeitung kurzer Texte eignet.

Eine ausführlichere Methodenbeschreibung sowie Beispiele finden Sie im Munterrichtsmethodenbuch oder hier.

Was machen Sie für Erfahrungen mit der Methode? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Trainertreff Berlin Brandenburg testet Munterrichtsmethoden

Monday, November 12th, 2007

25 Trainerinnen und Trainer folgten am vergangenen Freitag der Einladung des Trainertreffs Berlin-Brandenburg ins Hotel President am Wittenbergplatz. Knapp zwei Stunden lang erprobten die erfahrenen Trainer, Ausbilder und Dozenten 15 Munterrichtsmethodenhits. Besonders gut kam die “Tempo-Thesenrunde” an. Dabei ziehen Teilnehmer provokante Thesen zum Seminarthema. Nach kurzer Vorbereitung haben sie die Aufgabe, nach vorn zu treten, ihre These vorzulesen und dann 90 Sekunden lang Stellung zu der gezogenen Aussage zu beziehen – und damit die Diskussion in der Gruppe zu eröffnen. Beflügelt vom Spaß mit den Thesen beim Trainertreff wird die Tempo-Thesenrunde hier im Blog erste Methode des Monats.

Der Leiter des Trainertreffens Deutschland, Bernhard Laukamp, hatte so viel Spaß an den Methoden, dass er sich mit einer Einladung zur Didacta verabschiedete. Die findet im Februar 2008 in Stuttgart statt. Das freut den Methodenmeister – mit den Munterrichtsmethoden gehts also bald in die schwäbische Heimat!